Renette Eifeler Obstwiesen e.V.

Pressemitteilungen ab 01.01.2013

Alte Sorten verschwinden
Die dunkle Seite - Traurig aber wahr!
Alte Sorten verschwinden (aus LZ Rheinland)

(06.09.2012) Der deutsche Obstbau verliert nach Einschätzung von Nordrhein-Westfalens Landwirtschaftsminister Johannes Remmel seine genetische Vielfalt und damit einen wichtigen Teil der sogenannten Agrobiodiversität sowie die Chance, sich auf Grundlage einer breiten genetischen Basis auf künftige Herausforderungen, wie den Klimawandel, einstellen zu können. Außerdem bräuchten moderne Sorten einen vergleichsweise massiven Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, erklärte der Minister vergangene Woche beim Besuch des Obst-Arboretums Olderdissen in Bielefeld. Die Ursachen für das Verschwinden alter Obstsorten sind laut Remmel vielfältig:
So spiele die Obstproduktion im eigenen Garten heute keine Rolle mehr. Im Handel seien mittlerweile nur noch wenige einheitliche, transportfähige und damit marktfähige Sorten gefragt. Hinzu komme die vermehrte Anlage intensiv genutzter Niederstammplantagen, so der Minister. Mit dem Verlust alter Obstsorten gehe ein Verlust von Streuobstwiesen einher. Mittlerweile sei der „Lebensraum Streuobstwiese“ in der „Roten Liste der gefährdeten und vom Aussterben bedrohten Biotoptypen“ aufgeführt. Wie Remmel hervorhob, sind alte Obstsorten und Streuobstwiesen auch ein wichtiger Teil von regionaler Kultur und Identität. Die Sortenvielfalt und Streuobstwiesen seien Kulturgüter, die über Jahrhunderte entstanden seien. Das spiegele sich vor allem in vielen regionalen Rezepten wider.